BAC-Netzwerktreffen 2011
Das Netzwerktreffen 2011 des Business Angels Club Berlin-Brandenburg kann man wohl am besten mit einem einzigen Begriff beschreiben: königlich! Denn das diesjährige Treffen fand in Königs Wusterhausen statt und nach einer kurzen Begrüßung der Gäste durch den Vorstandsvorsitzenden des Clubs, Herrn Bernhard Böhm, ging das Tagesprogramm mit einer Führung durch das Schloss Königs Wusterhausen, das schon dem “Soldatenkönig” Friedrich Wilhelm I. als Sommerresidenz diente, auch königlich weiter.
Für alle, die lieber das sommerliche Wetter genießen wollten oder bereits in die ersten Gespräche vertieft waren, standen Kaffee und Kuchen im Schloss-Café schon bereit. Alle anderen wurden am Eingang bereits erwartet und dann ging es mit der Schlossführung auch schon los! Man merkte während der Führung schnell, dass zumindest an diesem Ort “königlich” nicht gleichbedeutend war mit Verschwendung und Prunksucht. Denn der “Soldatenkönig” lebte recht einfach und war schon damals berühmt für seine Sparsamkeit, die er auch von seinen Untertanen erwartete. Schließlich schaffte er es auf diese Weise, den hochverschuldeten preußischen Staat in nur kurzer Zeit zu sanieren.
Friedrich Wilhelm war nicht nur für seine ökonomische, sondern auch für seine militärische Disziplin bekannt. Sein Leibregiment, in Anbetracht ihrer überdurchschnittlichen Größe die “Langen Kerls” genannt, werden noch heute mit ihm in Verbindung gebracht. Wie wichtig das Militär für den Soldatenkönig stets war, konnte man auf beeindruckende Weise auch an den zahlreichen Gemälden von seinen Offizieren sehen.
Aber nicht nur Offiziere, sondern auch die Mitglieder der königlichen Familie waren auf zahlreichen Gemälden und Portraits verewigt worden. Mit den Hintergrundinformationen, die uns während der Schlossführung auf unterhaltsame Weise vermittelt wurden, fiel es dem einen oder anderen einfacher, sich fast 300 Jahre in die Vergangenheit zurück zu denken und sich das “königliche” Leben im Schloss Königs Wusterhausen vorzustellen.
Nach einer knappen Stunde verließen wir das Schloss mit vielen neuen Eindrücken und fanden uns kurz in der Gegenwart wieder, bevor es wieder “historisch” wurde. Denn unweit des Schlosses befindet sich der sogenannte Funkerberg, auf dem bereits 1911 die ersten funktechnischen Versuche stattfanden und der deshalb heute noch als die “Wiege des deutschen Rundfunks” bezeichnet wird. 1920 wurde von der ehemaligen Rundfunk-Sendeanlage das erste Weihnachtskonzert übertragen und während unserer Führung durch das Funkerberg-Museum konnten wir sehr anschaulich die technische Entwicklung des Rundfunks in Deutschland nachvollziehen.
Noch heute befinden sich viele Objekte von damals in funktionstüchtigem Zustand, darunter auch ein eindrucksvolles Notstromaggregat mit einem Viertaktdieselmotor aus dem Jahre 1937, mit einem Gewicht von fast 60 Tonnen. Ebenfalls zu erwähnen sind die zahlreichen alten Radioempfänger, die z.T. von der Bevölkerung dem Museum gespendet wurden.
Dem einen oder anderen technik-begeisterten Teilnehmer fiel es sichtlich schwer, sich vom Funkerberg-Museum zu verabschieden, doch gegen 18:00 Uhr war es soweit. Wir fanden uns alle im Hotel-Restaurant “Sophienhof” ein, dem Ausgangspunkt unseres diesjährigen Netzwerktreffens, und konnten in gemütlicher Atmosphäre den Tag “königlich” ausklingen lassen.
