Lehrstück: FTD-Gründerwettbewerb verpflichtet zur Transparenz
Unzählige Gründerwettbewerbe buhlen in Deutschland um Aufmerksamkeit und Teilnehmer. Doch der von der Financial Times Deutschland (FTD) ins Leben gerufene enable2start zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Die ausgewählten fünf Sieger-Startups erhalten nicht nur jeweils 50.000 Euro, sondern ein Jahr lang regelmäßig Öffentlichkeit: Jeder Woche wird über aktuelle Ereignisse informiert, alle drei Monate die wirtschaftlichen Eckdaten der Unternehmen in einer Beilage zur FTD und auf der Internetseite www.enable2start.de veröffentlicht. „Diese Daten müssen wir nachprüfen können und dazu dürfen wir laut Vertrag sogar Einblick in die Geschäftskonten nehmen“, sagt Claus Hornung, Redakteur des Mittelstandsteams der FTD und Hauptverantwortlicher für enable2start. Nur heikle Angaben, die im Zweifelsfall geschäftsschädigend wirken könnten, stimmt die Redaktion mit den Gründern vor Veröffentlichung ab.
Das könnte beispielsweise der Name eines Geschäftspartners sein, der Ort einer Zweigstelle oder der Preis einer Fremdleistung, die man zum Freundschaftspreis erhalten hat. Wenn es allerdings mal Probleme gibt, die Aufträge ausbleiben oder das Geld knapp wird, wird das nicht kaschiert. „Wir machen diese Reihe nicht aus Schadenfreude, sondern weil wir so nah wie möglich bei der Gründung dabei sein und so authentisch wie möglich darüber wollen“, erklärt Hornung, „und dafür brauchen wir konkrete Zahlen!

