Vorsicht Glosse: In Irrgärten, zwischen Fata Morganas und Scheinriesen
Eine Betrachtung der sieben Mythen der Gründerförderung in Deutschland
Mythos 1: Wenn Du Geld brauchst, dann geh zur Bank.
Falsch. Wenn Du Dir die Bilanzen der Banken anschaust und die daraus erkennbaren Eigenkapitalquoten, dann siehst Du, dass Banken selber gar kein Geld haben. Das ist auch der Grund, warum Banken sich gegenseitig kein Geld mehr leihen.
Unternehmertum bedeutet das bewusste Eingehen von wirtschaftlichen Risiken. Dazu sind Banken nur bereit, wenn ihnen jemand das Risiko abnimmt. Die Banken finanzieren gar nicht, sie sind nur Erfüllungsgehilfen für die staatlichen Förderungen. Entweder durch die staatlichen Bürgschaftsbanken oder die KfW, für die die Banken Förderungen „durchreichen“. Das wird die Banken aber nicht davon abhalten, sich als Samariter aufzuspielen und Dir gleichzeitig ihre sinnfreien Finanz- und Versicherungsprodukte aufschwatzen zu wollen.
Mythos 2: Venture Capital finanziert erfolgversprechende Konzepte.
VCs investieren nach zwei Kriterien: 1) sie finanzieren solange die gleichen Geschäftsmodelle bis der Markt total ausgelutscht ist 2) sie finanzieren das, was die VC Kollegen auch finanzieren. Was einmal finanziert wurde, wird dann auf 5 Jahre

“Es ist leichter, in einem leeren Swimmingpool in Kalifornien vom Blitz getroffen zu werden, als einen Wagniskapitalinvestoren zu finden.“ Durch Zuspitzungen wie diese ist das Buch „The Art of the Start“ von Guy Kawasaki international bekannt geworden. Für jeden, der darüber nachdenkt zu gründen oder bereits im Gründen begriffen ist, bietet das nicht immer bierernst gemeinte Werk zahlreiche Denkanstöße. Gleich im ersten Kapitel etwa fragt Kawasaki nach dem wirklichen Sinn des Lebens. Der Frage müsse sich schließlich jeder stellen, der ein neues Projekt startet. Denn weder Geld, noch Macht oder Prestige könnten so kraftvoll motivieren wie das Wissen darüber, dass man die Welt zu einem besseren Ort macht, dass man die Qualität des Lebens erhöht, dass man etwas Falsches gerade rückt oder das Ende etwas wirklich Guten verhindert. Die für englische Zweckliteratur typische Empathie adäquat ins Deutsche zu übersetzen ist nahezu unmöglich, denn dann klingt es schnell übertrieben oder missionarisch. Deshalb und zum Glück gibt es das Buch bisher nur auf Englisch, zum Beispiel für 20 Euro bei 